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Das Baukeramik ABC

Allgemeines
Nur  die einwandfreie Verlegung garantiert Ihnen dauerhafte Freude an Ihren Platten. Die konventionelle Dickbettverlegung, d.h. das Verkleben der Wand- und  Bodenplatten direkt im Mörtelbett, wird eingesetzt wenn bauseits kein Putz  oder  Estrich vorhanden ist. Das modernere Dünnbettverfahren, d.h. das Verkleben der Wand- und Bodenplatten mit einem Dünnbettmörtel beschleunigt die Ausführung der  Plattenarbeiten, wenn Putz und Estrich schon vorhanden sind.
Die Fugen sind zwar im Vergleich zur Platte eher unscheinbar, spielen aber eine wichtige Rolle  für den Belag. Farbe und Breite machen die Kunst der Fuge aus. Die Farbwirkung  wird im wesentlichen vom Kontrast zwischen Fuge und Farbe der Platte geprägt. Je harmonischer sich die Fuge an die Platte fügt, desto grossflächiger wirken die Platten. Einen ganz anderen Eindruck machen Fugenfarben, die einen Hell- oder  Dunkelkontrast zur Platte  bilden. Die klassischen Fugenfarben sind Grau und  Weiss. Farbige Fugen sollten eher vorsichtig verwendet werden!

Fussbodenheizung
Da Keramikplatten  gute Wärmeleiter sind, wird die Wärme beim Aufheizen schnell und gleichmässig verteilt als bei Teppichbelägen. Daher reichen bereits geringe  Wassertemperaturen, um eine gemütliche Wärme zu erzielen. Dies bringt Ihnen Energie- und Kostenersparnisse und natürlich warme Füsse. Eine Alternative zur Fussbodenheizung ist der Thermoboden. Als Direktheizsystem  wird er unmittelbar  unter dem Fussbodenbelag angebracht. Er ist vor allem für Plattenböden geeignet,  die Wärme als Strahlungswärme optimal weitergeben. Damit ist eine  Energieersparnis von 15 - 20 % verbunden.
Eigenschaften von Keramikplatten
Die aufgeführten Eigenschaften sind ganz allgemein gehalten und natürlich abhängig von der jeweiligen Plattenart.

-    Hygienisch und  pflegeleicht
-    Reinigungsmittelbeständig
-    Harte Oberfläche
-    Temperaturwechselbeständig
-    Druckfest und wasserdicht
-    Frostbeständig und  feuerfest
-    Rutschhemmend
-    Farbecht
-    Für Allergiker  geeignet

 
Rohstoffe
Keramische Platten gehören zur vielfältigen Gruppe der keramischen Werkstoffe. Wie bei allen  Baustoffen ist auch hier Ton das Hauptausgangsmaterial. Ton besteht hauptsächlich aus wasserhaltigen Aluminiumsilikaten, also Verbindungen, die aus  Aluminium und  Silizium entstanden sind. Keramisch hochwertige Tone enthalten  viel Kaolinit, die Verbindung aus Aluminium-Hydroxid und Siliziumoxid. Kaolin ist der Ausgangsstoff der Porzellanherstellung. Reiner Kaolin ist weiss. Nach  dem Wassergehalt der zu verarbeitenden Masse unterscheidet man Trockenpressmasse für keramische Platten, plastische Masse für  Spaltplatten sowie Giessmasse für Sanitärkeramik und  zum Glasieren. Für die Glasuren sind Quarz, Kalkspat,  Dolomit und Metalloxide die Grundstoffe.

Plattenarten
Das einfachste Unterscheidungskriterium ist der Anwendungsbereich, also ob es sich um eine  Wand- oder Bodenplatte handelt. Ein weiteres Kriterium ist, ob die Platten  glasiert oder unglasiert sind. Die bei den Fachleuten gebräuchlichste Art der  Unterscheidung erfolgt jedoch nach den Rohstoffen und der jeweiligen Herstellungsart.

Steingut
Steingutplatten werden zum überwiegenden Teil nur noch im Wandbereich verwendet. Sie haben einen roten  oder weissen Scherben, der leicht und porös ist (den Scherben sieht man, wenn man die Platte umdreht). Die eigentliche Farbe wird als Glasur aufgebracht,  Oberflächenstrukturen entstehen durch Stempelpressen.

Steinzeug
Steinzeugplatten können  glasiert oder unglasiert sein. Durch die höhere Brenntemperatur sind sie dichter  und  können weniger Wasser aufnehmen, wodurch eine Frostfestigkeit erzielt wird. (Ziegelplatten z.B. werden so heiss gebrannt, dass die  Oberfläche während des Brennvorgangs "sintert", also flüssig wird; sie sind hervorragend im Aussenbereich oder in Labors einsetzbar, da sie keinerlei Flüssigkeit aufnehmen.)

Feinsteinzeug
Eine Weiterentwicklung der Steinzeugplatten ist das Feinsteinzeug. Die Bezeichnung  "Feinsteinzeug" bezieht sich auf die Beschaffenheit des Scherbens. Die Körnung  ist hier viel feiner als beim Steinzeug, dadurch wird der Scherben dichter, härter und widerstandsfähiger. Eine Feinsteinzeugplatte erkennt man daran, dass sie durch und durch die gleiche Farbe hat; sie besteht aus einer homogenen Masse  in der endgültigen Farbe, die extrem heiss, oder mehrmals gebrannt wird. Dadurch  ist Feinsteinzeug zur Zeit das robusteste Material auf dem Markt. Durch  Zuschlagsstoffe sind ganz neue  Oberflächen möglich. Keine Glasur kann  abspringen und die extreme Härte macht Feinsteinzeug zur idealen Platte für den hochbeanspruchten Bereich (z.B. Einkaufszentren, Passagen) und den Aussenbereich. Eine hochglänzende Oberfläche entsteht durch polieren, wie bei  Naturstein, nicht durch glasieren; doch ist mittlerweile auch schon glasiertes  Feinsteinzeug im Handel, da die natürliche Oberfläche des Feinsteinzeugs -  ähnlich dem Naturstein - nicht unempfindlich gegen Fette und Öle ist.

Spaltplatten
Die letzte Plattenart  ist die Spaltplatte. Bevor es Feinsteinzeug gab, war die Spaltplatte das  bevorzugte Material für den Aussenbereich und für hohe Belastungen. Die  Herstellung erfolgt in Strangpressen. Auch die Spaltplatte ist säurebeständig und frostfest, aber nicht so masshaltig, da sie der Grobkeramik zugeordnet wird. Bei Spaltplatten gibt es viele Formteile, wie z.B. Treppenstufen, Rundecken.

Anwendungsbereich

Wandplatten sind aufgrund ihrer geringeren Festigkeit und ihrer Glasur nicht für die  Bodenverlegung geeignet; umgekehrt ist die Bodenplatte durchaus auch für die  Wand geeignet, nur ist die Verarbeitung wegen dem höheren Gewicht und der grösseren Härte schwieriger als bei der Wandplatte.

Abriebgruppen

Im Gegensatz zu  unglasierten Platten, die eine grössere Härte aufweisen, werden Glasuren  entsprechend ihrer Härte nach Abriebgruppen eingeteilt. Mit dem PEI-Verfahren wird im Labor eine permanente Begehung simuliert. Abweichend von der Eingruppierung nach DIN, wird Ihnen jedes gute Fachgeschäft  die höchstmögliche Abriebgruppe empfehlen. Ausser bei sehr bunten Glasuren, die aufgrund der Farbe nicht hoch genug gebrannt werden können, hat ein Grossteil  der heute angebotenen  Bodenplatten Abriebgruppe 4. Bei Bodenbelägen mit extremen Belastungen ist auf Feinsteinzeugplatten auszuweichen!

Abriebgruppe 1

Für Räume  mit leichter Beanspruchung, z.B. den Barfuss- und Hausschuhbereich in Bädern und Schlafzimmern oder als Wandbelag. Die Abriebgruppe 1 wird heute ausschliesslich  im Wandbereich eingesetzt

Abriebgruppe 2

Für Räume  mit mittlerer Beanspruchung, wie den allgemeinen Wohnbereich im Wohn- und  Esszimmer. Abriebgruppe 2 sollten Sie nur im Badezimmerbereich einsetzen.

Abriebgruppe 3

Für Räume  mit mittelstarker Beanspruchung, z.B. in Dielen, Fluren sowie auf Terrassen und  Balkonen.

Abriebgruppe 4

Für Räume  mit hoher Beanspruchung, z.B. in Hauseingängen, Küchen, Arbeits- und  Wirtschaftsräumen.

Abriebgruppe 5

Für höchste  Beanspruchung in allen Räumen und auf Flächen, die extrem belastet werden, wie  z.B. Garagen, Geschäftsräume usw.

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